Nachruf

Johann Schögler (1951–2016)

Johann war Marxist – aber einer der undogmatischen, kritischen Sorte. Gesellschaftliche Veränderungen konnte er sich nur vorstellen, wenn viele Hand anlegen.

Dort wo Widersprüche aufbrachen, wo Menschen selbst aktiv wurden, dort war Johann politisch zu Hause, dort engagierte er sich und wollte mit seinem – enormen – Wissen weitertreibend wirken.

Dieses Engagement hatte eine riesige Spannweite: es reichte von Initiativen im gewerkschaftlichen Bereich – etwa das „Komitee für einen kämpferischen und demokratischen ÖGB“ über ökologische Mobilisierungen (Zwentendorf, Hainburg) bis hin zu dem Versuch auch in Österreich eine pluralistische, kantige Alternative links von Sozialdemokratie und Grünen aufzubauen – dem „Linke“-Projekt.

Ein besonderes Anliegen war Johann die internationale Sozialforumsbewegung – also der Zusammenschluss von sozialen Bewegungen. Er wirkte hier auf allen drei Ebenen – global, kontinental und auf Landesebene:

Auf dem Weltsozialforum in Montreal im August mit seinen 35 000 TeilnehmerInnen und einem Eröffnungsmarsch mit 20 000 Personen hatte ich die allerletzte Gelegenheit ihn zu treffen.

Johann hinterlässt eine riesige Lücke und es wird unendlich schwer sein, sie zu schließen. Aber ich denke, es wäre nicht in seinem Sinne aufzustecken und in Resignation zu verfallen. Arbeiten wir vielmehr auf seinen Spuren weiter – undogmatisch, selbstkritisch: Eine andere Welt ist möglich und notwendig.

Danke Johann für Dein Engagement und Deine Freundschaft – Ciao Johann!

Hermann Dworczak



Dieser Artikel erschien in der Online-Ausgabe von Inprekorr Nr. 6/2016 (November/Dezember 2016) (nur online). | Startseite | Impressum | Datenschutz