Ernest Mandel
Über mehr als ein Jahrzehnt haben der Bürgerkrieg in Vietnam und der Versuch des amerikanischen Imperialismus, den Ausgang dieses Krieges durch einen konterrevolutionären Interventionskrieg für sich zu entscheiden, die Weltlage beherrscht. Dies kommt nicht nur darin zum Ausdruck, daß sie die internationale, die interne und selbst teilweise die Wirtschafts- und Geldpolitik der Vereinigten Staaten – der kapitalistischen Weltmacht Nr. Eins – beherrschten. Dies war vor allem ein Ergebnis der Tatsache, daß der Krieg in Indochina die Hauptveränderungen der gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse weltweit ans Tageslicht brachte, und daß diese Veränderungen sich durch ihn den weitsichtigsten Vertretern der wichtigsten, sich antagonistisch gegenüberstehenden Klassen und Klassenfraktionen der Welt ins Bewußtsein drängten.
Wir bezeichnen den Krieg in Vietnam bewußt vor allem als Bürgerkrieg, in den der amerikanische Imperialismus eingegriffen hat. Diese Definition paßt all jenen nicht, die, auf welcher Seite sie auch stehen mögen, nicht anerkennen möchten, daß die Welt, in der wir leben, von einem unversöhnlichen Konflikt zwischen Kapital und Arbeit beherrscht wird, einem Konflikt, der seit Anfang der historischen Krise des kapitalistischen Regimes mit dem 1. Weltkrieg seinen schärfsten Ausdruck annimmt und letztlich nur zwei Alternativen läßt: den Sieg des Sozialismus auf weltweiter Ebene, oder den Sturz der Menschheit zurück in die Barbarei.
Die konkrete Form, in der sich der Konflikt konkret in jedem einzelnen Sektor und in jedem Land der Welt offenbart, mag verschieden sein. In den halbkolonialen Ländern, die vom Gesetz der ungleichen und kombinierten Entwicklung, welche ihr der Imperialismus auferlegt, beherrscht werden, verbindet sich dieser Konflikt mit der Notwendigkeit, Aufgaben zu lösen, die in anderen Ländern im allgemeinen von bürgerlichen Revolutionen bereits gelöst worden sind: nationale Unabhängigkeit und Einheit, Befreiung der Bauern von feudalen oder halbfeudalen Unterdrückungsformen usw. Aber gerade, wenn man diese Kombinierung der Aufgaben berücksichtigt, mit denen die indochinesische Revolution konfrontiert war, hat die Alternative „Sozialistische Revolution oder Barbarei“ dort einen besonders klaren Ausdruck bekommen.
Die Barbarei wurde dort durch die reichste Macht der Welt eingeführt: in Gestalt von mörderischen Bombenteppichen; in Form von meilenweiter Vernichtung der Wälder und Grünflächen durch chemische Kampfstoffe; in Gestalt von Tigerkäfigen; in Gestalt der Verallgemeinerung des Rauschgiftkonsums und der Prostitution in einem vorher nie gekannten Ausmaß. Diese ganze brutale Gewalt wurde gegen die vietnamesischen Massen entfesselt, um sie dafür zu bestrafen, daß sie sich vor der Überlegenheit der US-Waffen nicht beugten, sich nicht geschlagen gaben, sondern den Kampf fortsetzten.
Die Herrschaft der internationalen Bourgeoisie beruht zu 9/10 auf ihrer automatischen Reproduktion über die Marktmechanismen und deren Duldung durch die breiten Massen als naturgegeben und unvermeidlich. Indem die Werktätigen ihre Arbeitskraft verkaufen, ihre Lebensmittel kaufen, für einen kapitalistischen Unternehmer produzieren, reproduzieren sie automatisch, mit dem Mehrwert und der Akkumulation des Kapitals, die gesellschaftlichen Beziehungen, die sie dazu zwingen, weiterhin Lohnarbeiter zu bleiben und ausgebeutet zu werden.
Aber an dem Tag, an dem ein bedeutender Teil der Ausgebeuteten ausruft: „Jetzt ist es genug!“, an dem Tag, an dem er die Unterdrückung, die Ungleichheit und das Unrecht nicht mehr als unvermeidlich duldet, an .dem Tag, an dem er massenhaft gegen eine ausbeuterische Gesellschaft aufbegehrt, an diesem Tag ist die Herrschaft des Kapitals härter und unmittelbarer erschüttert als durch zehn Wirtschaftskrisen. Dann kann sich die bürgerliche Klasse nicht mehr auf den automatischen Ablauf der Wirtschaft verlassen, um ihr System zu reproduzieren. Dann erheischt diese Reproduktion den Einsatz außerökonomischer Gewalt, den offenen Terror.
Dann gilt es, den Ausgebeuteten eine so blutige Lektion zu erteilen, einen solch beispiellosen Schrecken einzujagen, daß sie für ein oder zwei Generationen davor zurückschrecken, das Verbrechen der Majestätsbeleidigung gegenüber dem Kapital zu wiederholen.
Das war der historische Sinn der Massenabschlachtung der Pariser Kommune. Das war der historische Sinn des Nazi-Terrors und des spanischen Bürgerkriegs. Und das ist ebenfalls die historische Funktion des durch den US-Imperialismus gegen die indochinesische Revolution entfesselten Aggressionskrieges.
Heute stellen sich die Liberalen in den USA die Frage, wie es denn überhaupt dazu kommen konnte, ob es sich nicht um einen einfachen politischen Schwabenstreich gehandelt hat. Deshalb versuchen sie, die Verantwortung für die Intervention in Vietnam dem „einfältigen“ Johnson, dem „Schwindler Nixon“ oder sogar dem „teuflischen CIA“ in die Schuhe zu schieben. Sie können sich jedoch kaum so billig, mithilfe einiger zweitrangiger Sündenböcke ein gutes Gewisses zurechtzimmern. Die Entscheidung, im vietnamesischen Bürgerkrieg zu intervenieren, wurde durch den „großen liberalen“ Präsidenten John F. Kennedy getroffen. Sie wurde durch die unmittelbaren Vertreter der gesamten amerikanischen Monopolbourgeoisie vorgeschlagen, gutgeheißen und ausgeführt, einschließlich ihrer raffiniertesten wissenschaftlichen Ratgeber und ihrer angesehensten liberalen Intellektuellen. Und diese Entscheidung wurde in voller Kenntnis der Sachlage getroffen, in Funktion einer Analyse der internationalen Entwicklung, die den Sinn dieser Intervention genauestens unterstreicht: den Revolutionären und den Massen zu zeigen, welchen Preis sie zu zahlen hätten, wenn sie es wagen würden, irgendwo in der Welt die noch bestehende bürgerliche Ordnung erneut in Frage zu stellen,
Um dies zu verstehen, genügt es, an den Zeitpunkt zu erinnern, an dem die Intervention entschieden wurde: unmittelbar nach der Konsolidierung der kubanischen Revolution, wo die Macht der herrschenden Klasse und ihres amerikanischen Oberherren sozusagen durch Überraschung weggefegt worden war, wo Washington nur nachträglich mit dem jämmerlichen Schweinebucht-Fiasko intervenieren konnte. Die Dokumente beweisen es: mehr noch als die Furcht vor dem Verlust neuer kapitalistischer Stellungen in Süd-Ost-Asien, war es die Furcht neuer revolutionärer Erhebungen irgendwo in der Welt, nach dem Vorbild derjenigen, die zu Dien Bien Phu, zum Algerienkrieg und zur kubanischen Revolution geführt haben, welche die Intervention im vietnamesischen Bürgerkrieg motiviert hat.
Dazu kam unter Lyndon Johnson ein zusätzlicher, sozusagen konjunktureller und „regionaler“ Grund für eine neuerliche Eskalation der Intervention. In einer der größten und potentiell reichsten Halbkolonien, nämlich in Indonesien, war in den Jahren 1964-65 eine vorrevolutionäre Krise am Heranreifen, die der „Domino-Theorie“ des Pentagon einen präzisen Inhalt gab. Ein rascher Sieg der vietnamesischen Revolution hätte bedeutsam dazu beigetragen, daß in Indonesien in kurzer Zeit eine erfolgreiche Arbeiter- und Bauernrevolution auf der Tagesordnung gestanden hätte. Johnsons Indochina-Eskalation stärkte die Zuversicht und Entschlossenheit der indonesischen Konterrevolution. Sie ebnete dem erfolgreichen Militärputsch und dem blutigen Massaker vom Oktober 1965 den Weg.
Schließlich verfolgte der US-Imperialismus unter Johnson, wenigstens zwischen 1965 und 1968, das zusätzliche Ziel, die Demokratische Republik Vietnam als Arbeiterstaat zu zerstören als „Vergeltung“ für die Hilfe, die sie der südvietnamesischen Revolution gewährte, das heißt das Ziel, das Areal des vom Kapitalismus befreiten Teils der Welt einzuschränken.
Der imperialistische Interventionskrieg in Indochina ist politisch, gesellschaftlich und militärisch vollständig gescheitert. Die von Washington ausgehaltenen bürgerlichen Marionettenregimes sind zusammengestürzt. Dem US-Imperialismus ist es nicht gelungen, den Sieg der revolutionären Kräfte zu verhindern, Es ist nur noch eine Frage der Zeit, ob der Arbeiterstaat, der sich heute in Südvietnam im Aufbau befindet, als endgültig etabliert erscheint und die Einheit des Landes durch eine Fusion mit der DR Vietnam wiederherstellt.
Wenn die imperialistische Intervention in ihrem unmittelbaren Ziel – die vietnamesischen Massen einzuschüchtern und ihrem Kampf für die nationale und soziale Befreiung Einhalt zu gebieten – mißlungen ist, so hat sie jedoch global einige Erfolge zu verzeichnen gehabt. Der unerhörte Blutpreis, der den vietnamesischen Revolutionären auferlegt wurde, hat zwar weniger die Volksmassen der halbkolonialen und imperialistischen Länder eingeschüchtert, dafür aber umso mehr bedeutsame reformistische und neo-reformistische Kreise der internationalen Arbeiterbewegung. Er hat verschiedene konterrevolutionäre Unternehmen in Asien, in Afrika und Lateinamerika erleichtert. Dies ergab sich hauptsächlich aus der Tatsache, daß der US-Imperialismus mit Erfolg das Risiko einer Konzentration aller seiner militärischen Schlagkraft auf das kleine Vietnam auf sich nehmen konnte, ohne daß die offensichtliche Schwächung seines Interventionspotentials in der restlichen Welt durch bedeutsame anti-imperialistische Kräfte ausgenutzt wurde.
„Che“ Guevara hatte die Alternative richtig erfaßt. Der Imperialismus konnte sich nur deshalb den Luxus leisten, seine furchtbare Zerstörungsmaschinerie auf Vietnam zu konzentrieren, weil Vietnam als revolutionäres Schlachtfeld isoliert blieb. Die Losung „Schafft zwei, drei, viele Vietnam“, die die IV. Internationale von „Che“ übernahm, beinhaltete nicht nur die revolutionäre Pflicht, der vietnamesischen Revolution zu Hilfe zu kommen, und zwar dadurch, daß man den Imperialismus zwang, seine Kräfte zu zersplittern. Sie bedeutete ebenfalls, blutige Einschüchterungsmassaker vietnamesischen Ausmaßes zu verhindern. Denn gerade die Zersplitterung der imperialistischen Kräfte verringert ihre Schlagkraft in qualitativem Maße, wenigstens bezüglich der Fähigkeit von Interventionen solch mörderischen Umfanges wie in Vietnam durchzuführen.
Die Hauptverantwortung dafür, daß es zu einer solchen Zersplitterung der imperialistischen Kräfte nicht gekommen ist, lieg bei der Sowjetbürokratie und bei all jenen Arbeiter- und anti-imperialistischen Organisationen, deren Führung sie entscheidend beeinflußt. Die Tatsache, daß diese Bürokratie den vietnamesischen Massen jahrelang nicht einmal die nötigen Mittel gewährt hat, um sich gegen die mörderischen Luftangriffe erfolgreich zu wehren, wird für immer ein zusätzlicher Grund des Diskredits der Herren des Kreml in den Augen der fortgeschrittenen Arbeiter aller Länder sein.
Wenn trotz dieses vermeidbaren taktischen Vorteils der Imperialismus den Vietnamkrieg schließlich doch verloren hat, so an erster Stelle, weil es sich bei diesem Krieg tatsächlich um einen Bürgerkrieg handelte; weil der konterrevolutionäre Interventionskrieg des US-Imperialismus ein schmutziger und ungerechter Krieg war, der als solcher von den Massen der ganzen Welt, von den Massen und den Soldaten der USA selbst, und vor allem von den Massen Vietnams erkannt wurde.
Der Vietnamkrieg bestätigte eine große Lehre der Geschichte. In Kriegen, die zwischen antagonistischen Gesellschaftsklassen geführt werden (ganz gleich, ob es sich nun um „rein nationale“ oder um internationale Bürgerkriege handelt), ist der Faktor der Bewaffnung und der Militärtechnik in letzter Instanz weniger entscheidend als der Faktor der politisch-moralischen Kraft der kämpfenden Lager.
Gewiss wäre es unverantwortlich, das Gewicht einer adäquaten Bewaffnung, einer militärischen Strategie und Taktik, die der spezifischen Natur der Kämpfenden und des Kampfgeländes angepaßt sind, zu unterschätzen. Aber wenn auf dem Schlachtfeld werktätige Massen, die eine jahrhundertealte Ausbeutung aufheben wollen, die, wie in Vietnam, Großgrundbesitzer und Wucherer, die bis zu 60-70 % der Ernte einheimsten, verjagen wollen, Soldaten gegenüberstehen, die jeden Tag erneut feststellen können, daß sie nur dafür ihr Leben opfern sollen, damit sich Schwindler, Verbrecher, Folterknechte, korrupte Generäle und Politiker, die kein anderes Ideal als das der persönlichen Bereicherung kennen, an der Macht halten können, dann ist es unvermeidlich, daß die ersteren mit ungebrochener Kampfkraft, Siegeswillen und Opferbereitschaft kämpfen werden, so lange der Verrat in ihren eigenen Reihen ihnen nicht den Eindruck gibt, daß man sie um die Früchte ihres Kampfes prellen möchte, und daß die letzteren sich allmählich demoralisieren und ihre Verbände sich zersetzen werden.
Der Verlauf des Vietnamkrieges hat diesbezüglich in allen Punkten die Lehren des Krieges der niederländischen Geuzen gegen den spanischen Absolutismus, des Krieges der französischen Revolution gegen die gekrönten Häupter Europas, des amerikanischen Bürgerkrieges, sowie des russischen Bürgerkrieges bestätigt. Welche auch die genaue gesellschaftliche Natur der jeweils kämpfenden Klassen, sowie das genaue Objekt des jeweiligen Bürgerkrieges gewesen sein mag – und sie waren in jedem dieser fünf Fälle sicher sehr verschieden – so handelte es sich letzten Endes doch jedes Mal um einen Krieg unterdrückter Mehrheiten gegen unterdrückende und korrupte Minderheiten, um einen Krieg, worin die ersteren nur durch Verrat in den eigenen Reihen besiegt werden können, wie dies im spanischen Bürgerkrieg 1936-39 der Fall war.
Dies bedeutet, daß die imperialistische Niederlage in Vietnam gleichzeitig dadurch zu erklären ist, daß die KP Vietnams die Rolle der KP und der Volksfront im spanischen Bürgerkrieg nicht wiederholt hat; daß sie die Revolution nicht unterdrückt hat unter dem Vorwand, „erst“ den Krieg gewinnen zu wollen; daß sie das Land von den Flammen der Agrarrevolution ergreifen ließ; daß sie die ihr vom Imperialismus nach der Tet-Offensive gebotene Chance, die Beendigung der Luftangriffe gegen Nord-Vietnam mit einer Beendigung ihrer Hilfe an die südvietnamesische Revolution zu erkaufen, nicht angenommen hat; daß sie die Flammen der Agrarrevolution, der revolutionären Landreform, sich weiterhin über das ganze Land hat ausdehnen lassen; daß sie, mit anderen Worten, die vietnamesische Revolution nicht verraten hat.
Die Niederlage, die der Imperialismus in Vietnam erlitt, und die mit einem militärischen Debakel endete, war vor allem eine politische Niederlage. Die letztere ermöglichte die erstere. Der Imperialismus erlitt diese politische Niederlage auf den beiden entscheidenden Schlachtfeldern: in Indochina selbst und in den USA.
Auch von diesem Gesichtspunkt aus gesehen war der Vietnamkrieg ein bedeutsamer, die geänderte Weltlage erhellender Testfall. Es ist völlig falsch, anzunehmen, daß ein imperialistischer Staat unter gleich welchen politischen und ideologischen Bedingungen jahrelang hunderttausende seiner Soldaten tausende von Kilometern von ihrer Heimat entfernt kämpfen und tausende dort sterben lassen könnte, ohne dafür einen schweren innenpolitischen Preis zu zahlen. Eine solche Ansicht überschätzt die ideologischen Manipulationsmöglichkeiten der imperialistischen Bourgeoisie. Jeder langandauernde Krieg, in dem große Soldatenmassen eingesetzt werden, beinhaltet schwere innenpolitische Risiken für eine herrschende Klasse, die diese nur unter ganz bestimmten politischen Bedingungen auf sich nehmen kann. Jeder imperialistische Krieg, der auf einen vorhergehenden folgt (wie der Vietnam-Krieg dem Korea-Krieg folgte), erhöht noch dieses Risiko. Die Führer des amerikanischen Imperialismus, die im Verlaufe der Eskalation schließlich gezwungen wurden, eine halbe Million Soldaten nach Indochina zu entsenden, begingen offensichtlich, vom Standpunkt ihrer Klasse aus gesehen, eine katastrophale Fehleinschätzung bezüglich ihrer Fähigkeit, die Zustimmung der amerikanischen Bevölkerung für dieses Abenteuer langfristig zu sichern. Der Watergate-Skandal ist zu einem bedeutsamen Teil auf die (weitgehend vergeblichen) Versuche zurückzuführen, den Augenblick hinauszuschieben, in dem der Preis für diesen Fehler außen- und innenpolitisch bezahlt werden mußte.
Die Reaktion der amerikanischen Massen gegen den Vietnamkrieg war keine hoch-politische, etwa im Sinne einer Haltung der Solidarität mit der vietnamesischen Revolution. Etwas anderes zu erhoffen, hätte bedeutet, sich vollständig über den gegebenen Stand des politischen Bewußtseins der amerikanischen Arbeiterklasse und der großen Mehrheit der amerikanischen Jugend zu irren. In ihrer großen Mehrheit haben sie noch nicht die Stufe des politischen Klassenbewußtseins, das heißt der politischen Autonomie gegenüber der Bourgeoisie, erlangt. Aber wenn die Reaktion der amerikanischen Massen gegen den Krieg auch nur elementarer Natur war, so war sie doch nicht weniger kräftig und erreichte schließlich eine für die Geschichte der Kolonialkriege beispiellose Breite. Nach einigen Jahren des Zögerns, wenn nicht sogar der lauwarmen Unterstützung des Aggressionskrieges, fingen die amerikanischen Massen an, gegen den Krieg zu reagieren, nämlich als das massenhafte Entsenden amerikanischer Truppen nach Indochina und die wachsende Zahl der Kriegsopfer die grausame Wirklichkeit des Krieges der Mehrheit der amerikanischen Familien praktisch vor Augen führte.
Unsere amerikanischen Genossen erkannten sowohl das Potential wie die Grenzen dieser möglichen Massenreaktion, und konnten deshalb eine bedeutsame Rolle spielen im Aufbau einer massenhaften Antikriegsbewegung, die auf die einzige Losung des sofortigen und bedingungslosen Rückzugs der US-Truppen aus Indochina ausgerichtet war. Es war dies die wirksamste internationalistische Hilfe, die sie der vietnamesischen Revolution liefern konnten. Sie führte schließlich zu einer solchen Veränderung der innenpolitischen Lage in den USA, daß sie erst den Präsidenten Johnson zwang, seine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen von 1968 zurückzuziehen, und daß sie dann 1972 Nixon zwang, seine Kandidatur ganz zu konzentrieren auf das Versprechen, den Vietnamkrieg nach seiner Wiederwahl rasch zu beenden, daß sie die Bourgeoisie in der Frage der Fortführung bzw. der Bedingungen zur Beendigung des Krieges zutiefst spaltete, daß sie sie zu immer komplizierteren und lügnerischen Manövern gegenüber ihrem eigenen Volk verleitete, was schließlich zum tatsächlichen Rückzug der Truppen und zur Einstellung der Bombardierungen nach Abschluß des Pariser Waffenstillstandsabkommens führte.
Die Rolle, die die Trotzkisten bei dieser Massenmobilisierung spielen konnten, erhellt ihrerseits ebenfalls die Veränderung der Weltlage während der letzten zehn Jahre. Ohne Übertreibung kann man behaupten, daß die Antikriegsbewegung in den USA der wichtigste Alliierte der vietnamesischen Revolution war. Wenn die amerikanischen Massen nicht aufgetreten wären, um den Imperialismus zu zwingen, seine Truppen aus Indochina zurückzuziehen, hätte der Krieg noch viel länger dauern und anders ausgehen können.
In Europa war die Lage, der sich die Revolutionäre in bezug auf die vietnamesische Revolution gegenübersahen, doppelt verschieden von der der Revolutionäre in den USA.
Zuerst einmal war die europäische Bourgeoisie nicht direkt in den Krieg verwickelt. Sie betrachtete ihn sogar skeptisch. Mit dieser Skepsis verband sich außerdem ein guter Schuß Schadenfreude, denn der Indochinakrieg zahlte den USA mit gleicher Münze heim, was dieser dem europäischen Imperialismus angetan hatte, als der Prozeß der „Entkolonialisierung“ unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg einsetzte und als dieser im Jahre 1956 mit der Intervention der USA gegen das französisch-englische Abenteuer gegen Nassers Ägypten einen Höhepunkt fand,
Außerdem befanden sich keinerlei europäische Truppen in Indochina und es gab deshalb hier auch keine materiellen Direktinteressen von Millionen von Menschen an einer Beendigung des Krieges, ähnlich jener, die in den USA die Antikriegsbewegung auslösten und nährten. Es handelte sich also darum, an gesellschaftlichen, politischen und moralischen Interessen anzusetzen, die auf einer höheren Ebene standen. Und dies konnte allein im Gefühl der Gemeinsamkeit und der Identifizierung mit der vietnamesischen Revolution zum Ausdruck kommen. Deshalb wurde die Solidarität mit der vietnamesischen Revolution gegen die imperialistische Aggression zurecht als zentrale Forderung von den europäischen Revolutionären benutzt. Unter dieser Parole wurden zehntausende von Menschen in London, Berlin, Paris, Mailand und in anderen Orten mobilisiert. Die Massenwirkung dieser Parole – und niemand kann diese angesichts der Breite der Solidaritätsbewegung bestreiten – spiegelt das heute noch höhere politische Bewußtseinsniveau eines bedeutenden Teils des europäischen Proletariats im Vergleich zum nordamerikanischen Proletariat wider.
Aber die Basis für diese unterschiedlichen Taktiken der Antikriegsbewegung in den USA und in Europa war nicht nur eine korrekte Einschätzung der unterschiedlichen objektiven und subjektiven Faktoren der Situation beiderseits des Atlantiks, sondern auch ein Verständnis für die unterschiedliche Funktion, die beide Bewegungen für die Unterstützung der vietnamesischen Revolution hatten.
Die europäische Solidaritätsbewegung mit der vietnamesischen Revolution, die auch auf Japan, Lateinamerika und Osteuropa übergriff, hatte einen sehr großen Einfluß auf den Ausgang des Krieges durch ihre Rückwirkungen innerhalb der internationalen Arbeiterbewegung, sowie innerhalb der bürokratisierten Arbeiterstaaten. Durch die Schaffung einer Massenbewegung, die sich mit der vietnamesischen Revolution identifizierte und solidarisierte, haben die Revolutionäre Europas, Japans und der halb-kolonialen Länder einen großen Teil der Basis der kommunistischen Jugend tief beeinflußt und mit sich gezogen. Sie haben die Kräfteverhältnisse innerhalb der Jugend, zwischen den Anhängern der „friedlichen Koexistenz“ und des „Friedens um jeden Preis“ einerseits, und den Verteidigern des Sieges der vietnamesischen Revolution andererseits, radikal verändert.
Sie haben somit den Einsatz auf internationaler Ebene derart gesteigert, daß der politische Preis, den Moskau und Peking für einen offenen Verrat der Revolution hätten zahlen müssen, zu hoch wurde. Sie haben den Prozess des Verrats dieser Revolution durch die Bürokratien der Arbeiterstaaten auf einer bestimmten Stufe gestoppt. Dies war ihre vom Erfolg gekrönte Hauptfunktion. Die vietnamesischen Kommunisten waren sich dieser Tatsache übrigens ebenso bewußt, wie der Schlüsselrolle, die die Antikriegsbewegung in den USA zur Unterstützung ihrer Revolution gespielt hat.
Die Rolle, welche die IV. Internationale bei der Organisierung der Solidaritätsbewegung spielte, stellt das Versagen der stalinistischen Parteien diesbezüglich – im Negativverfahren – in ein besonders grelles Licht. Wenn noch schwache revolutionäre Organisationen die weltweite Mobilisierung von hunderttausenden von Menschen zur Unterstützung der vietnamesischen Revolution wirksam ankurbeln konnten, so wurde es von den Führern der Massengewerkschaften – mit der ehrenvollen Ausnahme von Australien — unterlassen, einen Boykott der Waffen- und Truppentransporte für diesen „schmutzigen Krieg“ zu organisieren. Dieser Kontrast wurde von Hanoi in seinen Beziehungen mit Moskau und Peking voll und ganz ausgenutzt. Er wirkte zugunsten der vietnamesischen Revolution.
Für die sowjetische Bürokratie war der vietnamesische Bürgerkrieg und der zähe Widerstand der vietnamesischen Massen gegen die amerikanische Intervention der Grund für eine wachsende Verwirrung und Verlegenheit. Einen Grund, den man so schnell wie möglich aus der Welt schaffen wollte. Was auf dem Spiel stand, war die Grundstrategie der „friedlichen Koexistenz“, zur Disposition stand die gegenwärtige Aufteilung der Welt, wie sie in Jalta und Potsdam festgelegt worden war. Durch den Vietnamkrieg wurde die Herausbildung einer weltweiten neuen revolutionären Avantgarde, die außerhalb des Einflusses der Kommunistischen Parteien agierten begünstigt. Selbst in den mittelbaren und unmittelbaren Einflußsphären der Sowjetbürokratie entstanden kleine revolutionäre Kerne. Aus all diesen Gründen machte die vietnamesische Revolution einen dicken Strich durch die Rechnung durch die politischen Pläne des Kremls und brachte ihre wichtigsten Interessen in Gefahr. Dem wollte die sowjetische Bürokratie ein Ende bereiten. In erster Linie geschah dies durch ihr Stillhalten gegenüber jeder neuerlichen Eskalation der imperialistischen Aggression, sowie durch die Begrenzung, wenn nicht totale Einstellung ihrer materiellen Unterstützung. Diese Politik nahm vor allem während der 60-er und zu Anfang der 70-er Jahre zynische Züge an, als der Kreml sich gegenüber der imperialistischen Intervention in den Bürgerkrieg in Südvietnam und der Aggression gegen Nordvietnam völlig passiv verhielt und noch nicht einmal eine Warnung verlauten ließ. Als Nixon aufgrund der Auswirkungen des Krieges auf die USA gezwungen war, ein Rückzugsmanöver einzuleiten, intervenierte der Kreml eher mit dem Ziel ihm zu helfen, „sein Gesicht nicht zu verlieren“, als zu dem Zweck, die Anti-Kriegsbewegung zu unterstützen und den Kampf auf eine höhere Ebene zu heben.
In beiden Fällen mußten die indochinesischen Massen infolge dieses Verrats ungeheure Verluste an Menschen, Zeit und materieller Zerstörung hinnehmen.
Letztlich konnte aber auch die sowjetische Bürokratie die vietnamesische Revolution nicht erwürgen. Sie konnte höchstens das Tempo der Entwicklung abbremsen.
Der chinesisch-sowjetische Konflikt, der ein konzentrierter Ausdruck der Krise des Stalinismus ist, die wiederum selbst ein Ergebnis des Aufschwungs der Weltrevolution und des spektakulären Sieges in China war, hatte eine widersprüchliche Auswirkung auf die Entwicklung des Krieges in Indochina.
Dieser Konflikt trug zur Begrenzung einer wirksamen konterrevolutionären Intervention der Bürokratien bei: einerseits indem der Einfluß des Kremls auf die Kommunistischen Parteien, vor allem in Asien, geschwächt wurde; indem die Differenzierungen innerhalb der Massenbewegung vorangetrieben wurden; indem die Entstehung neuer Avantgarden, die in der Lage sind, unabhängig von der Bürokratie, wenn nicht gar in direktem Widerspruch zu ihren Anordnungen und Interessen, zu handeln.
Er erweiterte den Spielraum der vietnamesischen KP in ihrer politischen, gesellschaftlichen und militärischen Selbständigkeit. Die vietnamesische KP war somit in der Lage, sich ihre unabhängige Position – in der Mitte zwischen Moskau und Peking – „vergüten“ zu lassen: nie war sie total von jeglicher materiellen Hilfe abgeschnitten. In den Augen der Massen der Welt und der kommunistischen Kämpfer war das Prestige und die Autorität der vietnamesischen Führer derart groß, daß weder Moskau noch Peking das Risiko eingehen konnten, öffentlich von Hanoi angeprangert zu werden. Dies ist zweifellos einer der Faktoren, der die indochinesische Revolution davor verschonte, so wie die spanische Revolution der Jahre 1936/37 erwürgt zu werden.
Andererseits jedoch hat die Verschärfung des chinesisch-sowjetischen Konfliktes, vor allem seit der letzten Phase der „Kulturrevolution“, sowie die immer klarer werdende Umwandlung des Konfliktes aus einem ideologischen und politischen Streit in einen Konflikt zwischen zwei Arbeiterstaaten, zusätzliche Hindernisse auf dem Weg des Sieges der indochinesischen Revolution aufgebaut. Diese Hindernisse waren nicht nur logistischer Art, als Ergebnis der wachsenden Weigerung der Bürokratien Moskaus und Pekings, auf rein technischer Ebene zusammenzuarbeiten, um Hanoi mit Waffen und Munition zu beliefern. Sie sind auch und vor allem diplomatischer und politischer Art, da die beiden Bürokratien einen Wettlauf veranstalteten, um festzustellen, wer am schnellsten die Gunst Nixons gewinnen kann, und wem das amerikanische „Desengagement“ größere Vorteile bringen wird, wobei sie die Interessen der indochinesischen Revolution vollkommen aus dem Auge verloren.
Die IV. Internationale hat diesbezüglich eine prinzipielle Haltung eingenommen, die den Interessen der vietnamesischen Revolution und ihrer Führer sowohl objektiv wie teilweise wahrscheinlich subjektiv entsprach. Sie forderte, daß die Führer der bürokratisierten Arbeiterstaaten — trotz aller ihrer Meinungsverschiedenheiten, und ohne deswegen ihr Recht aufzugeben, darüber öffentlich zu debattieren – ein Abkommen über eine De-facto-Einheitsfront schließen sollten, um die Volksrepublik Vietnam und die indochinesische Revolution zu verteidigen. Weit davon entfernt, eine Anpassung irgendwelcher Art an die Interessen der Bürokratie darzustellen, brachte dieser Aufruf das Verständnis des Klassencharakters des Krieges in Vietnam und seine Bedeutung für die Weltrevolution zum Ausdruck. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, diese Bedeutung den Massen aller Länder klarzumachen, und die Führer der Bürokratie und der von ihnen kontrollierten Arbeitermassenparteien zu zwingen, dazu Stellung zu nehmen.
Wenn der Kreml vor allem in der ersten Phase des Krieges die Folgen seiner Weigerung zu tragen hatte, und wenn er dies vor allem in dieser Phase mit einem Verlust an Einfluß über hunderttausende von Arbeitern und Jugendlichen überall in der Welt bezahlen mußte, so begann Peking erst in der letzten Phase des Krieges, seine Maske abzuwerfen, Man sollte nicht vergessen, daß Nixon nach Peking eingeladen wurde und daß die Thesen von den beiden auf gleichem Fuße zu behandelnden „Supermächten“ und dann die Theorie des „Sozialimperialismus, Hauptfeind der Völker Europas und Asiens“ zu einem Zeitpunkt ausgearbeitet wurden, als die amerikanischen Bombenteppiche noch auf die vietnamesischen Kämpfer herniedergingen.
Im Spiegel des Krieges in Vietnam haben sowohl Moskau wie Peking einmal mehr die Grundnatur der Politik der Bürokratie zum Ausdruck gebracht: in zynischer Weise die Interessen der internationalen Revolution den wechselnden kurzfristigen und nationalistischen Bedürfnissen ihrer eigenen Diplomatie unterzuordnen. Der Sieg der vietnamesischen Revolution ist in diesem Sinne nicht nur eine offene Niederlage für den Imperialismus, sondern auch ein Mißerfolg für die Bürokratien Moskaus und Pekings.
Historisch gesehen stellen sowohl der Sieg der vietnamesischen Revolution wie auch die konkrete Form, die sie annahm, eine Synthese aller Veränderungen dar, die seit 25 bis 30 Jahren auf Weltebene stattgefunden haben.
Er bringt vor allem die Veränderung der Kräfteverhältnisse zwischen Kapital und Arbeit zum Ausdruck, oder genauer, zwischen dem Imperialismus und allen anti-imperialistischen Kräften in der Welt seit dem II. Weltkrieg und dem Sieg der chinesischen Revolution, welche die kapitalistische Umklammerung der Sowjetunion gebrochen hat. Er bringt den Aufschwung der Weltrevolution zum Ausdruck, was in besonders klarem Kontrast steht zur Periode des Zurückflutens der Weltrevolution in den Jahren 1923-1943.
Sicher, dieser Aufschwung ist weder geradlinig noch homogen auf Weltebene. Er war nach den ersten Nachkriegsjahren von einer relativen Stabilisierung des Imperialismus in Westeuropa, Japan und anderen imperialistischen Ländern begleitet, vor allem bedingt durch den Verrat der revolutionären Möglichkeiten durch die stalinistischen und reformistischen Führungen in den Jahren 1944-48 im kapitalistischen Europa.
Seit 1965 gab es schwere und blutige Niederlagen in halbkolonialen Ländern (von den Niederlagen in Indonesien und Brasilien bis hin zu der in Chile), nicht ohne Beziehung zur wilden Aggression des Imperialismus gegen Indochina und zur Ohnmacht der anti-imperialistischen Bewegung unter stalinistischer Führung, ihr politisch und international so entgegenzutreten, wie das nötig gewesen wäre. Aber der Aufschwung der revolutionären Kämpfe und der Arbeiterkämpfe in Europa, durch den Mai 1968 in Frankreich, sowie durch den Aufschwung der amerikanischen Antikriegsbewegung, symbolisiert, die ihrerseits wiederum verknüpft waren mit der Entstehung einer neuen, vor dem Hintergrund und über die Solidarisierung und Identifizierung mit der kubanischen und der vietnamesischen Revolution heranwachsenden Avantgarde, hat zur weltweiten Veränderung des Kräfteverhältnisses zwischen den Klassen beigetragen. Und der Sieg der vietnamesischen Revolution war in letzter Instanz auch ein Ergebnis dieser veränderten Kräfteverhältnisse.
Er bringt gleichfalls die Änderung der Kräfteverhältnisse zwischen den Massen und den bürokratischen Apparaten zum Ausdruck, und schließlich auch die Änderung der Kräfteverhältnisse innerhalb der Massenbewegung – zwischen diesen Apparaten und den sich von ihrer Kontrolle befreienden Avantgarden. Der Vergleich zwischen dem Ablauf des spanischen Bürgerkriegs und dem des vietnamesischen Bürgerkriegs ist in dieser Hinsicht besonders lehrreich. Während die Stalinisten und Reformisten (mithilfe der zu bürgerlichen Ministern aufgestiegenen Anarchisten) die Woge der spanischen Revolution innerhalb eines Jahres in die Bahnen des Wiederaufbaus des bürgerlichen Staates lenken konnten, was zur Erdrosselung der Revolution und zur Niederlage gegen den Faschismus führte, konnten in Indochina fünfzehn Jahre offener und versteckter, blutiger und „friedlicher“, militärischer und diplomatischer Druck und Terror die Massen nicht daran hindern, den Staat und die Gesellschaftsordnung ihrer Ausbeuter zu stürzen. Wenn die mächtige, weltweite Solidaritätsbewegung zur Unterstützung des spanischen Proletariats durch die stalinistischen und sozialdemokratischen Führer, deren Ziel die Erdrosselung der Revolution war, und die damals noch eine quasi totale Kontrolle ausübten, im wesentlichen mißbraucht und abgelenkt wurde, so konnte sich die nicht weniger große und starke Antikriegsbewegung und die Solidaritätsbewegung mit der vietnamesischen Revolution in starkem Maße diesen Manipulationsversuchen entziehen. Sie wurde sogar zu einem weitgehend autonomen Faktor, der den Krieg auf positive Weise beeinflussen konnte.
Aber die konkrete Form des Sieges der Revolution in Vietnam – der Sturz des Thieu-Regimes und der Zusammenbruch des Lon-Nol-Regimes, erst sieben Jahre nach der Tet-Offensive von 1968, in einem Land, das mit Ruinen bedeckt war und am Rande einer Hungersnot stand, unter Bedingungen, die bereits mit der Geburt dieser neu entstehenden Arbeiterstaaten in hohem Maße die Gefahr einer bürokratischen Entartung angelegt erscheinen lassen und die eine solche Entwicklung begünstigen – war genauso wenig ein Zufallsprodukt, und auch keineswegs ein unabänderliches Ergebnis der enormen „konterrevolutionären Abschreckungskraft“, über die der Imperialismus noch immer verfügt. Diese konkrete Form des Sieges der Revolution in Vietnam ist vor allem Ausdruck des Grades der Kontrolle, welche die bürokratischen Apparate noch immer über die Arbeiterbewegung und die antiimperialistische Bewegung im Weltmaßstab haben: es gab keinen gegen die imperialistische Aggression gerichteten Boykott, keinen Generalstreik; keine weltweit wirksam koordinierte revolutionäre Massenbewegung; keine revolutionäre Masseninternationale. Sie bringt das Fortdauern der Krise des subjektiven Faktors zum Ausdruck, wenn auch in weniger dramatischer Form als in der Vergangenheit, zumindestens trifft dies für einige Länder zu.
Sie bringt letztlich so die Tatsache zum Ausdruck, daß der Aufschwung der Weltrevolution nur teilweise und zersplittert ist, daß dieser Aufschwung noch nicht ausreicht, die bremsende Rolle, die die bürokratischen Apparate innerhalb der Massenbewegung spielen, endgültig zu stoppen.
Die Natur der vietnamesischen KP ist ihrerseits eine Widerspiegelung wie auch ein konstitutives Element all dieser Änderungen. Angesichts der Bilanz des 15-jährigen 2. Indochinakrieges ist es offensichtlich absurd von ihr als von einer stalinistischen Partei in dem Sinne zu sprechen, daß die globale Auswirkung ihrer Politik im Weltmaßstab konterrevolutionär gewesen sei. Zu behaupten, sie sei „eindeutig auf die Seite bürgerlicher Ordnung“ übergelaufen, ist Schwachsinn. Die vietnamesische Bourgeoisie hat gegen diese groteske These „mit den Füssen“ abgestimmt, und zwar in einem Umfang, der keinerlei Zweifel über den Klassencharakter der sich auf dem Weg ihrer Vollendung befindlichen Revolution und des sich bildenden Staates offenläßt.
Die Tatsache jedoch, daß die vietnamesische KP offensichtlich weder stalinistisch noch konterrevolutionär ist, impliziert noch keineswegs, daß sie revolutionär-marxistisch ist, oder Anhänger der proletarischen Demokratie, der direkten Ausübung der Macht durch das Proletariat und die arme Bauernschaft, die in Räten organisiert sind, oder daß sie offen internationalistisch sei. Die These, derzufolge in keinem Land der Welt, unter keinen Umständen und für keinen Zeitraum, die Macht der besitzenden Klassen ohne die Führung durch eine revolutionär-marxistische Partei gebrochen werden kann, stellt eine falsche und mechanische Vereinfachung der leninistischen Organisationstheorie dar. Von der Pariser Kommune bis zum Sieg der kubanischen Revolution – über den Sieg der jugoslawischen, der chinesischen und der nordvietnamesischen Revolution – haben wir siegreiche sozialistische Revolutionen erlebt, welche die Macht des Kapitals unter der Leitung von Gruppierungen und Parteien stürzten, die allesamt drei gemeinsame Züge hatten: eine objektiv-proletarische politische Natur; die Tatsache, daß sie sich zugunsten der Revolution entschieden haben (d. h. ihr Bruch mit konterrevolutionären Strategien und Taktiken im entscheidenden Augenblick); ihre zum Himmel schreiende programmatische Unfähigkeit, welche in allen Fällen zu ernsthaften bürokratischen Entartungen führte –mit Ausnahme der Pariser Kommune, wo sie zur raschen Niederlage führte.
Diese Erscheinung von Parteien auf halbem Wege zwischen der Arbeiterbürokratie und den proletarischen Massen, auf halbem Wege zwischen Stalinismus und revolutionärem Marxismus, ist ihrerseits das Ergebnis der weiterhin ernsten Schwäche des subjektiven Faktors im Weltmaßstab, Sie spiegelt letztlich die noch begrenzte Beteiligung des Proletariats in den industriell entwickelten Ländern an revolutionären Aktionen, sowie die Verspätung der sozialistischen Revolution in den wichtigsten imperialistischen Ländern wieder, und dies trotz der Verschärfung der Krise des weltweiten Zerfalls des imperialistischen Systems. Wenn man jedoch die Gründe dieses besonderen Phänomens präzisiert, das von Vietnam noch deutlicher aufgedeckt wurde als von Cuba, so bestimmt man gleichzeitig seine historischen Grenzen sowie die Bedingungen seiner Überwindung: ein neuer Aufschwung der Weltrevolution, welcher das Industrieproletariat in den Mittelpunkt der internationalen revolutionären Aktion stellt; ein neuer Sprung nach vorn im Aufbau der IV. Internationale – in ihrem Hinüberwachsen zu Massenparteien und zu einer revolutionären Masseninternationale.
Die durch den Imperialismus erlittene Niederlage in Vietnam hat die Wirkungen der amerikanischen Antikriegsbewegung noch verstärkt und auf internationaler Ebene eine völlig neue Situation geschaffen: der amerikanische Imperialismus ist heute für eine ganze Periode unfähig, die Rolle des Weltgendarmen des Kapitals zu spielen, in dem er massenhaft amerikanische Truppen einsetzt, um in ausbrechende Revolutionen oder Bürgerkriege zu intervenieren.
Keine imperialistische Macht, angefangen von der westdeutschen oder japanischen – ganz zu schweigen von einem „integrierten Europa“, was es in Bezug auf einen einheitlichen Staats- und Repressionsapparat noch nicht gibt – kann den US-Imperialismus in dieser Rolle ersetzen. Das Resultat ist nicht nur eine akute Führungskrise der Weltbourgeoisie in ihrer Gesamtheit, sondern ebenso eine aktuelle Veränderung des Kräfteverhältnisses der Klassen auf internationaler Ebene. Seit Beginn der Niedergangsepoche des Kapitalismus ist die proletarische Revolution in den industriellen Ländern zum ersten Mal zeitweilig geschützt. Diesen ungeheuren Vorteil verdanken wir dem Heroismus und der revolutionären Entschlossenheit der vietnamesischen Massen. Alle Revolutionäre sind der vietnamesischen Revolution zutiefst der Dankbarkeit schuldig.
Aus den oben genannten Gründen, die zurückreichen bis zu den Niederlagen, die die Kolonialrevolution seit 1965 hinnehmen mußte, sowie die Schwäche der revolutionären Bewegung im restlichen Südostasien, ist es heute vor allem das kapitalistische Europa, wo die Auswirkungen dieser neuen internationalen Lage äußerst günstig für einen neuen revolutionären Aufschwung zum Tragen kommen.
Die Einsicht in diese veränderte Weltlage muß allerdings in mehrerlei Hinsicht eingeschränkt werden. Vor allem handelt es sich um eine zeitlich beschränkte Veränderung. Die Vorstellung, der Imperialismus sei von nun an auf immer paralysiert, wäre unverantwortlich. Er wird mit allen Mitteln versuchen, die innenpolitischen Bedingungen dafür zu schaffen, sein Interventionspotential wieder einsetzen zu können, das er militärisch und technisch zur Verfügung hat. Aber das kostet Zeit: Zeit zur Veränderung der innenpolitischen Situation in den Vereinigten Staaten, Westeuropa und Japan. Während dieses Zeitraums sind die Chancen für eine sozialistische Revolution günstig. Und falls die Klassenkämpfe in Europa auf einen Sieg zusteuern und nicht erfolglos bleiben, wird sich die internationale Lage abermals zuungunsten des Imperialismus und Kapitalismus verändern.
Weiter handelt es sich um eine partielle Veränderung. Wir sprachen davon, daß nach dem Aufschwung der amerikanischen Antikriegsbewegung und der imperialistischen Niederlage in Vietnam der US-Imperialismus nicht mehr in der Lage ist, Landungstruppen gegen ausbrechende Revolutionen einzusetzen. Dies heißt jedoch nicht, daß er nicht andere Varianten der militärischen Intervention zur Verfügung hat. Er kontrolliert nach wie vor mächtige konterrevolutionäre Brückenköpfe, wie die Armeen in Brasilien. Iran und Zaire, die aufgrund der Niederlagen, die die Revolution in diesen Ländern hinnehmen mußte, zur Verfügung stehen, gegen revolutionäre Bewegungen in Nachbarländern eingesetzt zu werden, zumindest zeitweise. Und zudem gibt es heute eine Bedrohung, die immer deutlicher und erschreckender wird: Die Drohung des taktischen Atomkrieges gegen sich erhebende Völker. Der Charakter von Nuklearwaffen und die Folgen ihres Einsatzes (nicht nur materiell, sondern ebenso politisch und psychologisch) sind derart, daß diese Drohung nur äußerst begrenzt auch tatsächlich wahrgemacht werden kann. Die Warnungen von US-Verteidigungsminister Schlesinger sollten jedoch ernst genommen werden. Der Imperialismus bereitet die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten für den Einsatz von taktischen Atomwaffen hinsichtlich mindestens zweier Fälle vor: Für den Fall, daß der Bürgerkrieg in Korea erneut ausbricht, sowie für den Fall, daß die Existenz des zionistischen Staates Israel unmittelbar bedroht ist. Und nichts würde uns zu dem Glauben berechtigen, daß diese Drohungen in den kommenden Jahren auf diese beiden Fälle beschränkt bleibt.
Letztlich steht noch eine weitere Waffe der konterrevolutionären Intervention zu Verfügung, die nichts an Wirksamkeit eingebüßt hat und die umso systematischer eingesetzt wird, je schwieriger die militärische Intervention wird. Es ist die Waffe des ökonomischen Drucks, der finanziellen Strangulierung, der Versuch, die Revolution auszutrocknen, Im Falle einiger halbkolonialen und imperialistischen Länder ist diese Waffe hinsichtlich ihrer psychologischen und politischen Wirkung sogar noch tauglicher als hinsichtlich der unmittelbaren materiellen Resultate. Es ist die Pflicht der Internationalisten, die internationale Arbeiterklasse und die Massen darauf vorzubereiten, diese Waffe untauglich zu machen. Das ist nicht leicht, denn diese Waffe provoziert nicht massive und spontane Reaktion, wie etwa der Einsatz von Bomben und Truppen.
Diese Wandlung der Weltlage verstärkt objektiv die Tendenz, daß sich der Schwerpunkt der Weltrevolution hin zu den industrialisierten Ländern verschiebt, das Gewicht des städtischen Proletariats in den halbkolonialen Ländern erhöht und die Rückkehr zu den Formen der sozialistischen Revolution beschleunigt, die sich den „Normen“ der Revolutionen 1917-23 nähern, Tendenzen, die in den politischen Resolutionen des neunten und zehnten Weltkongresses der IV. Internationale (1969 und 1974) bereits betont worden waren.
Das Zusammenfallen der neuen internationalen Situation, wie sie resultiert aus der imperialistischen Niederlage in Vietnam, dem neuen Aufschwung der Arbeiterkämpfe in Europa, der weltweiten Führungskrise der Bourgeoisie mit der allgemeinen Rezession der Weltwirtschaft hat außergewöhnlich günstige Bedingungen geschaffen für die fast gleichzeitige Entwicklung revolutionärer Situationen in einer Reihe europäischer Staaten: Portugal, Spanien, Italien, Frankreich und selbst Großbritannien. Sicher, wir sind noch nicht so weit, aber dieser Tag ist nicht mehr ganz so fern. Die Ereignisse in Portugal beginnen schon zu zeigen, daß wir nicht einem exzessiven Optimismus verfallen waren, als wir zum hundertsten Jahrestag der Pariser Kommune voraussagten, daß die Zeit am Heranreifen ist, in der wieder Arbeiterräte in Europa auftauchen.
Die Entschlossenheit all unserer europäischen Sektionen, in dem Aufschwung der Kämpfe der Arbeiter und der Jugend die zunehmende Anwendung von Formen der Selbstorganisation zu propagieren, wie Streikvollversammlungen, die demokratische Wahl von Streikkomitees, die diesen Vollversammlungen verantwortlich sind, und ihre lokale, regionale und nationale Koordinierung, hat schon Früchte getragen und wird dies in der Zukunft um so mehr tun. Die Arbeiterklasse, die in die kommende revolutionäre Krise in Europa hineingeht, ist eine andere als die von den 40-er und 50-er Jahren. Sie ist es nicht nur aufgrund ihrer Stärke, ihres Selbstvertrauens und ihrer Fähigkeiten, sie ist es auch hinsichtlich ihrer Forderungen und ihres Bewußtseins, und das in Verbindung mit der Fähigkeit, sich von den bürokratischen Apparaten zu befreien, und zu den höchsten Formen der Selbstorganisation aufzusteigen: Den Sowjets.
Die Umwandlung der trotzkistischen Organisationen in revolutionäre Massenparteien ist eng verknüpft mit dem Auftauchen von Situationen der Doppelherrschaft, weil nur in diesen Situationen die Wahl zwischen dem reformistischen und dem revolutionären Weg aufhört, eine Wahl zwischen der aktuellen Realität (mit wohlbekannten Vor- und Nachteilen) und einer Idee zu sein, die zwar attraktiv sein mag, aber kein unmittelbares Gewicht hat, und wird stattdessen zu einer Frage der praktischen alltäglichen Erfahrung der Massen.
Das Wiederauftauchen von revolutionären Situationen, welche näher an die „Norm“ der russischen und deutschen proletarischen, auf Arbeiterräten fußenden Revolutionen herankommt, wird tiefe Auswirkungen auf die anderen Sektoren der Weltrevolution haben. In den halbkolonialen Ländern wird sie die Entwicklung der politischen und organisatorischen Selbstständigkeit des Proletariats anregen, und der „Front“-Ideologie stalinistischer Prägung den Boden entziehen und somit die Risiken bürokratischer und nationalistischer Deformierungen der Revolutionen in diesen Ländern reduzieren.
Der Fall Angolas ist hierfür typisch. Obwohl es zweifellos die revolutionäre Bewegung der kolonialen Massen war, die der Salazar-Caetano-Diktatur den entscheidenden Schlag versetzte und so den Auflösungsprozeß der portugiesischen Armee in Bewegung brachte, hat das Fortschreiten der portugiesischen Revolution ihrerseits Rückwirkungen auf den revolutionären Prozeß in Angola und regt die Selbstorganisation sowie die Selbstverteidigung im städtischen Proletariat an. Unter diesem Gesichtspunkt wurde der revolutionäre Prozeß in Angola auf eine, im schwarzen Afrika bislang unbekannte Stufe gehoben.
Die Entwicklung von Situationen der Doppelherrschaft in den imperialistischen Ländern Europas und vor allem der Sieg der sozialistischen Revolution in einem oder mehreren Ländern wird keine weniger tiefen Rückwirkungen auf den revolutionären Verlauf in den Vereinigten Staaten haben. Die Identifizierung von „Sozialismus“ mit „Unterdrückung“ und „Tyrannei“, mit der Einschränkung politischer und persönlicher Freiheiten breiter Massen ist dort nicht nur das Produkt imperialistischer Propaganda. Sie wurde in den 20-er und zu Beginn der 30-er Jahre vom amerikanischen Proletariat keineswegs als selbstverständlich hingenommen, und dies trotz einer entschiedenen, wenn nicht sogar hysterischeren antikommunistischen Propaganda wie die heutige. Diese Identifizierung ist ebenfalls das Produkt des Stalinismus, und dessen, was die amerikanischen Massen über die politische Wirklichkeit der bürokratisierten Arbeiterstaaten wissen. Das Auftauchen eines grundverschiedenen Modells eines Arbeiterstaates in den industrialisierten Ländern sowie eine, von stalinistischer Bürokratie befreiten demokratischen Planwirtschaft wird in höchstem Maße dazu beitragen, das amerikanische Proletariat auf die höchste Stufe des proletarischen Klassenbewußtseins zu heben.
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Der Durchbruch der proletarischen Revolution kann ebenfalls die Lage in der Sowjetunion und den „Volksdemokratien“ verändern. Diese Länder werden von wachsenden gesellschaftlichen und politischen Krisen geschüttelt. Die politische Passivität des sowjetischen Proletariats trägt jedoch hauptsächlich dazu bei, die Entwicklung dieser Krise in Richtung einer siegreichen politischen Revolution zu blockieren, welche die Errungenschaften der Oktoberrevolution retten und stärken und den Weg in Richtung auf eine beschleunigte Entwicklung einer sozialistischen Gesellschaft ohne Unterdrückung oder gesellschaftliche Ungleichheit auf internationaler Ebene öffnen würde. Der Mangel einer globalen politischen Perspektive ist seinerseits das Haupthindernis der Politisierung des sowjetischen Proletariats.
Das sowjetische Proletariat verabscheut die Herrschaft der Bürokratie. Es hegt aber auch nicht den Wunsch, zum Kapitalismus zurückzukehren. Die gegenwärtige kapitalistische Krise mit ihren 17 Millionen Arbeitslosen in den imperialistischen Staaten wird ihre Meinung diesbezüglich bestimmt nicht ändern. Sie ziehen sich so ins Privatleben zurück und unternehmen gelegentlich Versuche, ihre kurzfristig erzielten Errungenschaften zu verteidigen. Ein revolutionärer Durchbruch im kapitalistischen Europa, welcher das Bild vom Sozialismus von dem Diskredit befreit, den ihr die bürokratische Diktatur aufgedrückt hat, und eine wirkliche Alternative zum Dilemma „bürokratische Diktatur oder Wiedererrichtung des Kapitalismus“ aufstellt, wird die erneute Politisierung des sowjetischen Proletariats beschleunigen und neue konterrevolutionäre Interventionen durch den Kreml in Osteuropa von der Sorte, wie sie die ungarische und tschechische Revolution zerschmetterte, verhindern und den Sieg der politischen Revolution in den „Volksdemokratien“ und in der UdSSR beschleunigen.
Europa an der Schwelle von Arbeiterräten; die Welt an der Schwelle zu einem neuen Sprung vorwärts in der internationalen Revolution; die IV. Internationale an der Schwelle zu revolutionären Massenparteien in mehreren Ländern – das ist die Chance für Revolutionäre, die ihnen die vietnamesische Revolution eröffnet hat, Es gilt, diese Chance zu nutzen; ewig werden wir sie nicht haben.
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20. Juli 1975 |
Dieser Artikel erschien in Inprekorr Nr. 40 (7. August 1975). | Startseite | Impressum | Datenschutz